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Altonaer Stiftung für philosophische Grundlagenforschung

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Zur Geschichte Altonas
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand in der sturmflutsicheren Gegend um die Kleine Elbstraße und den Fischmarkt eine kleine Fischer- und Handwerkersiedlung. Die Namensgebung Altona rührt möglicherweise von “all ten au” das heißt “bei dem Bach” her. Die andere mögliche Deutung klingt sehr lebensnah und wirft ein Licht auf das Verhältnis zur größeren Nachbarstadt Hamburg. 1537 beschwerte sich Hamburg über Altona. Die Hamburger Ratsherren bezeichneten den Krug des Gastwirtes Joachim von Lohe als “all to nah”, da ihnen die Konkurrenz westlich des Grenzbaches ein Dorn im Auge war. Mit Hilfe des Pinneberger Drosten konnte der Gastwirt jedoch seinen Krug offen halten. Altona, bestehend aus ca. 5 Höfen findet zum ersten Mal Erwähnung in einem Protokoll, welches in eben diesem Krug entstanden ist.

Regiert wurde Altona zu der Zeit von den Schauenburger Grafen, welche in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Glaubensverfolgte aufnahmen. Es waren vor allem Mennoniten, Katholiken, Juden und Quäker. Nicht zuletzt aufgrund der Gewährung der Religions- und Gewerbefreiheit ließen sich viele Handwerker und Gewerbetreibenden in Altona nieder und belebten dort die wirtschaftliche Entwicklung.

1620 hat Altona bereits 1500 Einwohner und entwickelt sich von einer Ackerbürgerstadt zu einer Handels- und Gewerbestadt. 1640 kommt Altona nach dem Aussterben der männlichen Linie der Schauenburger mit der Herrschaft Pinneberg zum dänischen Gesamtstaat welcher die Politik der Religions- und Gewerbefreiheit weiter fortsetzt.

Die Geburtsstunde der Stadt Altona als selbständige Gemeinde ist mit dem 23. August 1664 datiert. An diesem Tag verleiht König Friedrich III. von Dänemark Altona das Stadtrecht. Damit erhält Altona den ersten Freihafen in Nordeuropa, die Gewerbe- und Religionsfreiheit, das Stapel- und Marktrecht und ein Stadtwappen. Für die Dänen bedeutete die Verleihung des Stadtrechts in erster Linie eine Maßnahme zur Stärkung Altonas gegenüber Hamburg, da sie freilich die Konkurrenz zu Hamburg im Sinn hatten. 200 Jahre blieb Altona dänisch, mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Entwicklung.

So haben es die Altonaer den Dänen zu verdanken, dass sie 1892 weitestgehend von der Cholera verschont blieben. Die Hamburger erhielten ihr Leitungswasser aus dem unfiltrierten Wasser der Elbe, während Altona seit 1859 ein Filterwasserwerk besaß. So fiel auf, dass an der Straße Am Schulterblatt, welche zur damaligen Zeit die Grenze zwischen Altona und Hamburg markierte, die Bewohner der Altonaer Seite von der Seuche verschont blieben. Trotz vielfacher Warnungen seitens unterschiedlicher Fachleute hatten sich die politisch Verantwortlichen seinerzeit nicht für die Finanzierung einer Sandfiltrationsanlage entschieden. Stattdessen ließen sie den für den Handel so wichtigen Zollhafen ausbauen und ein repräsentatives Rathaus errichten.

Als südlichster Vorposten Dänemarks geriet Altona 1713 in die Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schweden. Altona wurde von dem sogenannten Schwedenbrand erschüttert. Während Hamburg aufgrund der grassierenden Pest seine Tore verschlossen hielt, drangen schwedische Truppen in Altona ein. Unter der Federführung von General Stenbock setzten sie Haus für Haus in Altona in Brand und außer der Straßenanlage Pailmaille wurde Altona vollständig zerstört. Dieser Angriff im Zuge des Nordischen Krieges verstößt gegen jedes Kriegsrecht.

Nach dem Wiederaufbau durch Graf Reventlov und dem Baumeister Claus Stallknecht nimmt Altona Mitte des 18. Jahrhunderts einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, insbesondere im Schiffsbau und im Transportwesen. Zwischen 1794 und 1800 erlebt Altona seine Goldenen Jahre innerhalb des Goldenen Zeitalters. Im dänischen Gesamtstaat ist Altona neben Kopenhagen die zweitgrößte Stadt und gilt als die bedeutendste Stadt im Unterelberaum. Doch auch kulturell und geistig tut sich Altona hervor. Eine in Altona bestehende Schule wird auf Anordnung des Königs Christian VI zu einem akademischen Gymnasium, dem Christianeum, welches den dortigen Schülern ein Studium an der Universität in Kopenhagen ermöglichte. Zwischen 1783 und 1785 besucht der Philosoph Salomon Maimon dieses Gymnasium und lebte in dieser Zeit nach eigenen Aussagen “ein paar Jahre glücklich und zufrieden”. Zwischen 1799 und 1814 gerät Altona immer wieder als südlichster Posten Dänemarks zwischen die Fronten hegemonialer Interessen der europäischen Großmächte. Eine im Jahre 1806 von Napoleon verkündete Kontinentalsperre im Kampf gegen England vernichtete Handel und Seefahrt für Hamburg und Altona über mehrere Jahre.

Mit dem Ende der dänischen Herrschaft wird Altona 1867 preußisch. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu einem bedeutenden Standort des metallverarbeitenden Gewerbes, sowie der Nahrungs-, Genußmittel-, Fisch- und Tabakindustrie wird die Stadt ein Zentrum der Arbeiterbewegung.

Zur Zeit der Weimarer Republik gilt die Altonaer Altstadt als rotes Stadtviertel. Und genau dort marschieren am 17 Juli 1932 ca. 7500 SA- und SS-Mitglieder aus Hamburg und Umland zu einem Werbe- bzw. Provokationsmarsch auf. Die damalige SPD empfiehlt der Bevölkerung zuvor, sich zurückzuhalten oder ins Grüne zu fahren. Dieser Sonntag geht als “Altonaer Blutsonntag” in die Geschichte ein. Durch brutale Übergriffe provozierten die Nazis die Altonaer Zuschauer. Es fallen Schüsse und auch die Polizei schießt unkontrolliert in die Menge. Dabei werden 18 Menschen getötet und 60 verletzt. Zu Unrecht werden die Kommunisten Bruno Tesch, August Lütgens, Walter Möller und Karl Wolff von einem Sondergericht zum Tode durch das Handbeil verurteilt, welches auch vollstreckt wird. Erst 1992 wurde das Urteil posthum aufgehoben. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz durch die Nationalsozialisten 1937 wird Altona zu einem Teil Hamburgs. Bei schweren Luftangriffen während des 2. Weltkrieges wird Altona zum großen Teil zerstört.

Quellen:
website der Stadt Hamburg
Werner Skrentny, Zu Fuß durch Hamburg, Hamburg 2001
Hajo Brandenburg, Die Geschichte Altonas
Stanford encyclopedia of philosophy on Maimon
Christina Becker, Altona von A-Z, Hamburg 2001
Website der Bruno Tesch Gesamtschule

Interessante Links:
Zur Geschichte des Christianeums
Hermann Weyl deutscher Mathematiker, Physiker und Philosoph. er machte sein Abitur am Christianeum.